Grundsatzpositionen

Während dem Plenum der Vollversammlung zum 85. KSK in Berlin 2013 wurden die folgenden Grundsatzpositionen und Forderungen beschlossen. Die Grundsätze unterliegen ständigen Revisionen und Ergänzungen, zuletzt beim 87. KSK in Heidelberg.

1. Fachtagung und Studierendenversammlung

  • Verankerung von Mechanismen für ein ausgeglichenes Verhältnis der beiden Hauptbestandteile (thematische Vorträge u. Vollversammlung) herbeizuführen (§ 4.5)
  • Förderung von Verstetigung und Konstanz der Arbeitsweisen und Organisationsstrukturen
  • Bemühen der gleichberechtigten und ausgewogenen Berücksichtigung von Bedürfnissen und Problemen der verschiedenen Studiengänge und Fachsemester (BA, MA, Diplom, Promotion)
  • moderate Angleichung des Tagungsniveaus zur Integration jüngerer Studierender auch als Vortragende
  • verstärkte Förderung von Austausch, Kommunikation und Etablierung anderer Sichtweisen, Chancen, Methoden und Ansätze sowie über andere Diskussions- und Partizipationsmöglichkeiten
  • der KSK ist eine studentische Fachtagung und eine hochschulpolitische Studierendenvollversammlung

2. Ausbildung Studium — Gegen die Ökonomisierung der Kunstgeschichte

  • mehr Freiheit in der Studienplanung
  • Freiräume für Interessen, Engagement und den Blick über den Tellerrand
  • Abbau des Verwertungsdenkens in der Geisteswissenschaft Kunstgeschichte
  • Partizipation der Studierenden ermöglichen und weiter ausbauen
  • Raum für individuelle Bildungsbiographien
  • Vereinbarkeit von Studium und Lebenssicherung
  • Erhalt der universitären und institutionellen Vielfalt
  • Ermöglichung eines breit gefächerten Studiums
  • Verhinderung der Erosion von kunsthistorischen Zusammenhängen durch die Ausgliederung einzelner Teildisziplinen
  • Sichtbarkeit der Kunstgeschichte im gesellschaftspolitischen Rahmen

3. Freier Eintritt für Alle!

  • Freier Eintritt für alle Studierende (fachbezogene Häuser)
  • Keine Altersbeschränkungen
  • Museum als Bildungsraum für Alle
  • Eine auf europäischer Ebene ausgehandelter, anerkannter Studienausweis durch die Berufsverbände

4. Kunstgeschichte, Gesellschaft, Politik

  • Diskussion der gesellschaftlichen Dimension von Kunstgeschichte innerhalb und außerhalb der Institute
  • Erhalt der kulturhistorischen Dimension in und von Kunstgeschichte
  • Artikulation der Auswirkungen von politischen Entscheidungen bei kulturpolitischen Projekten, Bau- und Städtebaumaßnahmen und Gesetzen aus kunsthistorischer Sicht
  • Verhinderung von weiteren Substanzverlusten im Bereich der kunsthistorischen Architekturgeschichte
  • Erhalt der praktischen und politischen Handlungsfreiheit der Denkmalpflege

Hier findet ihr den ursprünglichen Antrag mit einleitenden Texten zu jedem Grundsatzblock. Diese sind jedoch nicht Teil der Beschlussfassung gewesen, sondern dienten einer inhaltlichen Verortung der im Nominalstil verfassten Forderungen.

Beim 86. KSK in München kam ein weiterer Grundsatz hinzu:

5. Grundsätze für Akkreditierungsverfahren in der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft

  • Der KSK lehnt die Systemakkreditierung ab. Die Programmakkreditierung ist zu bevorzugen, da sie den Studierenden eine bessere und genauere Mitgestaltung ermöglicht.
  • Studiengänge und Prüfungsordnungen sollen das Ganze der Kunstgeschichte abbilden und vermitteln.
  • Das Studium soll dazu befähigen, eigene Schwerpunkte zu finden und zu setzen. Begriffe wie „Berufsqualifizierung“ in Prüfungsordnungen sind abzulehnen. Studiengänge und Prüfungsordnungen dürfen nicht so profil- und standortscharf sein, dass sie nicht mehr mit anderen Studiengängen der Kunstgeschichte/Kunstwissenschaft vergleichbar sind.
  • Multiple-Choice-Tests u.ä. sollen als Modulabschluss höchstens bei den Einführungsmodulen genutzt werden. Der bevorzugte Abschluss eines Seminars ist das Referat mit Hausarbeit.
  • Für das Studium der Kunstgeschichte/Kunstwissenschaft sind Exkursionen unabdingbar. Die Prüfungsordnungen müssen eine Regelung diesbezüglich enthalten, die ein Mindestmaß an Exkursionstagen pro Semester vorsieht.
  • Module sollen nicht nur von ihrer Bezeichnung her Sinn im Gesamtgefüge der Prüfungsordnung ergeben, sondern auch durch die inhaltliche und thematische Zusammenstellung der einzelnen Bestandteile.

 

Für den 88. KSK in Trier wurde die Erarbeitung eines sechsten Grundsatzes angedacht:

6. Kosten für Abbildungen in Publikationen

Der KSK fordert die kostenfreie Zurverfügungstellung von Abbildungen und den entsprechenden Nutzungsrechten für wissenschaftliche Publikationen auf allen Ebenen der Ausbildung.

 

Beim 91. KSK in Leipzig wurde ein siebter Grundsatz vorgeschlagen:

7. Transparenz

Der KSK fordert die öffentliche Ausschreibung aller Stellen von Hochschulen über Forschungsinsitutionen bis zu Kultureinrichtungen, auch für Tutorien, Praktika und Assistenzen.

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