Für den Erhalt des Kunsthistorischen Instituts an der Uni Osnabrück

Viele von euch haben es wahrscheinlich schon gehört: Das kunsthistorische Institut in Osnabrück soll in den kommenden Jahren geschlossen werden, damit die Gelder zugunsten von Natur-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften umverteilt werden können. Die Studierendenschaft hat nun eine Online-Petition aufgesetzt um etwas dagegen zu unternehmen und unser Fach auch in Osnabrück zu erhalten. Jeder kann unterschreiben, jeder kann helfen!

Link zur Petition auf Change.org

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Foto: Michael Gründler

Für den Erhalt des Kunsthistorischen Instituts an der Universität Osnabrück

(English text see below)

Völlig überraschend hat das Präsidium der Universität Osnabrück am 6. Dezember 2016 über seine Absicht informiert, den Bachelor- wie den Master-Studiengang Kunstgeschichte einzustellen und das Kunsthistorische Institut zum Wintersemester 2023/24 zu schließen. Als Begründung für diese Maßnahme wurde die prekäre Finanzsituation der Universität angeführt. Das Präsidium sehe keine Alternative zu dieser Entscheidung, weil u.a. die Situation in den Naturwissenschaften zu berücksichtigen sei und man dort zusätzliche Mittel einsetzen wolle, um die Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit zu steigern. Darüber hinaus verursache die Schließung des Faches, das nicht zu den Lehramtsfächern gehört, die geringsten ‚Kollateralschäden’.

Wir halten diese Entscheidung für skandalös und ihre Begründung in hohem Maße für befremdlich. Ein erfolgreiches und innerhalb der Universität traditionell sehr gut eingebundenes Fach zu schließen ist ein alarmierendes Signal auch für andere geisteswissenschaftliche Disziplinen. Wo allein Lehramtsstudiengänge und Naturwissenschaften eine Daseinsberechtigung haben, wird eine ‚Nützlichkeit’ zur Begründung von Wissenschaft, die die Forschung in Deutschland nachhaltig beschädigt.

Deshalb protestieren wir mit Nachdruck gegen die Schließung des Kunsthistorischen Instituts an der Universität Osnabrück. Mit der Umsetzung dieses Plans würden drei Professuren und eine Juniorprofessur sowie wichtige Studienplätze wegfallen. In Niedersachsen mit seinen zahlreichen Kunst- und Kulturdenkmälern aus der Zeit vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert, seinen Museen, Sammlungen und Ausstellungshäusern, gäbe es dann neben dem Institut an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig nur noch das Institut an der Georg-August-Universität Göttingen. Mit dieser ‚Dichte’ stünde das Bundesland, bezogen auf die Zahl seiner Einwohner, einzigartig da.

Zudem stellt gerade in Niedersachsen der Kulturtourismus u. a. aufgrund des UNESCO-Weltkulturerbes in Hildesheim, Alfeld und Goslar einen zunehmend wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Die Erforschung und Vermittlung dieser Schätze darf nicht von der Wissenschaft abgetrennt werden, sondern muss in der Verantwortung kompetent ausgebildeter Fachleute bleiben. Es wäre eine besondere Ironie, wenn zum geplanten ‚Europäischen Jahr des Kulturerbes’ 2018 die Aufnahme eines Kunstgeschichtsstudiums in Osnabrück nicht mehr möglich wäre.

Über die drohende Schließung des Kunsthistorischen Instituts hat die lokale Presse inzwischen mehrfach berichtet:

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/824186/uni-osnabrueck-schliesst-institut-fuer-kunstgeschichte#gallery&0&0&824186

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/826889/wissenschaftler-kaempfen-fuer-kunstgeschichte-in-osnabrueck

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/830858/uni-streit-eskaliert-kunst-institut-attackiert-praesident

Wir fordern das Präsidium dazu auf, den Plan zur Schließung des Kunsthistorischen Instituts zu überdenken und keine übereilte, folgenschwere Entscheidung zu fällen, vor allem nicht, ohne einen Dialog über mögliche Alternativen zur definitiven Schließung und eine tatsächliche Zukunft der Kunstgeschichte in Osnabrück geführt zu haben.

Diese Petition ist adressiert an das Präsidium der Universität Osnabrück

Help us to prevent the closure of the Institute of Art History at Osnabrück University!

On 6 December 2016 the President’s Cabinet of Osnabrück University (Germany) unexpectedly announced their plans to close the Bachelor and Master study programmes in Art History and the ensuing closure of  the Institute of Art History in 2023/24. The reasoning behind this plan is the precarious financial situation of the University. The President’s Cabinet insist that there are no alternatives to these plans, as additional resources are needed for the STEM fields in order to raise their profiles and increase their competitiveness. Furthermore, they claim that abandoning art history, a discipline that is not integrated in the teacher training programmes, would cause only small ‘collateral damage’.

We think this decision is scandalous and its justification extremely disconcerting. Closing a successful Institute that is traditionally well integrated within the university sends out an alarming signal to other disciplines within the Humanities. If only STEM fields and teacher training programmes are considered viable and ‘useful’, ‘usefulness’ turns into a main justification for certain fields, and academic research in Germany will be permanently damaged.

We vehemently protest against the closure of the Institute of Art History at Osnabrück University. Turning this plan into action would lead to the loss of three professorships and a junior professorship, as well as the disappearance of valuable places to study. In Lower Saxony, with its numerous art-historical and cultural monuments from the Middle Ages to the twenty-first century, its museums, collections and exhibition centres, only the Institute of Art History at Georg-August-Universität Göttingen – besides the Braunschweig University of Art (Hochschule für Bildende Künste) – would be left. In relation to the large number of inhabitants in Lower Saxony, this small number of places to study art history would be unprecedented among the federal states in Germany.

Moreover, the UNESCO World Heritage to be found in Hildesheim, Alfeld and Goslar, makes cultural tourism in Lower Saxony an increasingly important economic factor. Research, education and mediation regarding Lower Saxony’s treasures should not be cut off from scientific studies and should remain the responsibility of professionally trained experts. It would be ironic, if the Institute of Art History in Osnabrück could no longer offer places to study in 2018, the ‘European Year of Cultural Heritage’.

The local press has already reported extensively on the impending closure of the Institute of Art History:

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/824186/uni-osnabrueck-schliesst-institut-fuer-kunstgeschichte#gallery&0&0&824186

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/826889/wissenschaftler-kaempfen-fuer-kunstgeschichte-in-osnabrueck

http://www.noz.de/lokales/osnabrueck/artikel/830858/uni-streit-eskaliert-kunst-institut-attackiert-praesident

We should like to urge the President’s Cabinet to reconsider their position and not to act with precipitation in this serious matter – particularly without having discussed constructive alternatives to prevent the closure of the Institute and thus to preserve art history in Osnabrück for the future.

This petition is addressed to the President’s Cabinet of Osnabrück University

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