89. KSK in Düsseldorf

Düsseldorf, 19.-22. November 2015, «Alles im Fluß»

Webseite: https://www2.hhu.de/ksk/ (Facebook)

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Die Formel panta rhei („alles fließt“) geht bereits auf den antiken Philosophen Heraklit zurück. Mit der Symbolik des Wassers versuchte er die ständige Veränderung der Dinge zu beschreiben. Die Prozessualität der Welt nach Heraklit besagt, dass „Alles im Fluss“ ist und nichts statisch bleibt. Die Welt gestaltet sich in einem beständigen Werden und Wandel.

Angeregt durch diese philosophische Dimension von „Alles im Fluss“, ergeben sich aus dem Thema des 89. KSK auch Verbindungen zu der geopolitischen Lage der Gastgeberstadt Düsseldorf. Die Landeshauptstadt erhielt ihren Namen als Ansiedlung an der Mündung des kleinen Flüsschen Düssel; heute ist das Stadtbild unweigerlich mit dem Rhein verbunden – was verdeutlicht, dass Flüsse als Lebensader schon immer eine wichtige Rolle in Form von Handelswegen und Erholungsorten gespielt haben. Sie haben dadurch auch ortsspezifische Bauaufgaben wie Brücken etc. mit sich gebracht.

„Fließendes“ war immer eine Inspirationsquelle für KünstlerInnen. Von der Romantik bis in die Jetztzeit waren Flusslandschaften ein beliebtes Bildmotiv. Während Wasser zunächst als Allegorie in die Kunst Eingang fand, rückten Künstler seit den 60er Jahren dessen Materialität in den Mittelpunkt. Kunstströmungen wie die Fluxus-Bewegung vertraten eine Auffassung von Kunst, die in einem fließenden Übergang zum Leben aufgehen sollte. „Fließen“ als Wandelbarkeit zu begreifen ermöglicht es auch solche Kunstwerke wie mittelalterliche Flügelaltäre unter dem Thema „Alles im Fluss“ zu fassen. Diese dynamischen Prozesse finden sich außerdem in Bewegt-Bildern oder Bewegungsflüssen, angeregt in und durch Performance Art, Architektur, Bildhauerei und Malerei.

„Alles im Fluss“ birgt vielerlei Anknüpfungspunkte sowohl zu Düsseldorfs Stadtbild als auch zu seiner Kunstszene. „Vater Rhein und seine Töchter“ begrüßen die Gäste der Kunstsammlung NRW und schaffen damit als Beispiel der Rheinromantik einen Kontrast zur Kunst des 21. Jahrhunderts. Joseph Beuys, dessen Name mit der traditionsreichen Kunstakademie eng verknüpft ist, nahm 1963 auch am dort stattfindenden „Festum Fluxorum Fluxus“ teil. Andreas Gursky, Beispiel eines gegenwärtigen Künstlers und Akademieprofessors, schaffte es mit seinem „Rhein II“ eine Zeit lang die teuerste Fotografie der Welt produziert zu haben.

Über diesen Ortsbezug hinaus spricht das Thema „Alles im Fluss“ ein breites Spektrum der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft an. Der 89. KSK möchte damit Studierende aller Semesterstufen anregen und ihnen eine Plattform für ihre Forschungen und Ideen bieten. Wir laden daher alle angehenden WissenschaftlerInnen, VolontärInnen und Interessierte ein, kunstbezogene und interdisziplinäre Beiträge in Form von Vorträgen, Workshops, Exkursionen oder anderen kreativen Formaten einzureichen.

Als Vertretung und gemeinsames Sprachrohr aller Studierenden der Kunstgeschichte und Kunstwissenschaften im deutschsprachigen Raum bietet der KSK darüber hinaus einen Rahmen, um Inhalte und Methoden unserer Disziplin sowie hochschulpolitische Fragen zu besprechen und kritisch zu reflektieren oder sich auszutauschen.

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